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Montag, 8. Oktober 2012

USA Urlaub 2012

Schon lange war der Westen der USA auf unserer ToDo-Liste, dieses Jahr war es endlich soweit und die Nationalparks kamen auf den Prüfstand.


Alle Bilder gibt es wie gewohnt bei SmugMug (Link zur Galerie). Hier folgt nun erst mal ein "kleiner" Bericht mit unseren Eindrücken :-)

 Auftakt & Abschluss in San Francisco


Start und Ende unserer Tour war San Francisoco wo wir die ersten drei und den letzten Tag unserer 3-wöchigen Reise verbrachten.
Dabei war der erste Stopp etwas ausgedehnter, denn wir gönnten uns 3 Tage zur Einstimmung. Mit dem Fahrrad machten wir uns auf Sightseeing-Radl-Tour: Financial District, Pier 39, Fisherman's Wharf, Golden Gate (im Nebel), Sausalito, Golden Gate Park, Pazifik Küste.
Blazing Saddls
Golden Gate im Nebel von der Fähre von Sausalito nach SF
Alkatraz
Den zweiten Stopp in San Francisco haben wir dann etwas gemütlicher gestaltet und haben mit dem Mietwagen den Norden von SF erkundet. Dabei hat sich dann sogar noch die Golden Gate gezeigt :-)
[Hatten schon vermutet, dass es diese gar nicht mehr gibt und das ganze nur eine Masche der Tourismus Branche ist!]

Fußnote: WoMo

Ganz neu für uns war der Urlaub im fahrbaren Hotel. Und für die Reise an der Westküste gibt es meiner Meinung nach nichts Besseres! Kein lästiges Kofferschleppen, kein ständiges Ein- und Auspacken und Straßen so breit wie wie die A8 bei Stuttgart mal sein wird wenn in 20 Jahren alle vier Spuren in jede Richtung fertig gestellt sind.
Aber der Reihe nach. Unser WoMo haben wir direkt bei Cruise America gebucht. [An dieser Stelle noch herzlichen Dank an Chris von der Cruise America Hotline, für das einstündige Skype-Telefonat und seine große Mühe für uns Spätbucher noch einen adäquaten Fahrzeug zu finden.]
Da wir größtmögliche Flexibilität wollten entschieden wir uns für den kleinsten verfügbaren Camper: 19 Fuß (5,8 Meter) lang, Schlafbereich im Alkoven über der Fahrerkabine und Ford F350 V8 mit 350 PS Unterbau. (Leider schaffen es die Amerikanischen Autohersteller nicht, dass man die 350PS merkt.) Sollten wir die Tour wiederholen würde ich wohl eher zum 21' oder 22' Modell greifen, denn dieses verfügt über eine zusätzliches Bett im Hinteren Teil, welches über mehr Kopffreiheit verfügt und trotzdem noch nicht zu lang ist; denn hin und wieder sind Straßen für Fahrzeuge über 22' gesperrt.
Grundriss
Auch die Versorgung mit Essen ist deutlich entspannter im WoMo. Der Kühlschrank ist stehst gefüllt mit gekühlten Getränken, frischem Obst & Joghurt fürs Frühstück sowie Steaks die auf den Grill.
Frühstück im Speisesaal.
Der größte Vorteil dieser Arte des Reisens liegt aber darin, dass man nicht außerhalb der Parks übernachten muss, sondern direkt auf den kleinen, einfachen, aber sauberen Campingplätzen in den Parks die Nacht verbringen kann. Vor allem weil man dort so extrem klar den Nachthimmel sieht wie wohl sonst kaum auf der (zivilisierten) Welt.
Blick ins Chaos nach dem Einzug. Spätestens am zweiten Tag hatte dann alles seinen Platz gefunden.
Camping in den Parks gestaltet sich meist recht einfach. Nach dem Prinzip "Wer zuerst kommt, malt zuerst" sichert man sich einfach einen freien Platz, registriert sich selbest und bezahlt am hierzulande bei wilden Blumenverkauf üblichen Beton-Pfeiler:

Camping Registrierung im Yosemite National Park
Der eigene Platz wird dann bei Abwesenheit mittels Hightech Anzeige als belegt ausgewiesen:



Willow Flats Camping Platz im Canyonlands National Park


Fazit: WoMo abstellen, Lagerfeuer entzünden, Steak auflegen, Stockbrot ins Feuer, Bier aufmachen und Sterne genießen.

1.Akt: Highway #1, Pazifikküste, Hollywood

Mit dem noch ungewohnten Gefährt starteten wir dann erst mal in Richtung Süden und folgten dem Highway #1 nach Richtung Los Angeles. Die kurvige Straße entlang der steilen und wunderschönen Felsküste am Pazifik bot das perfekte Terrain um sich an die schwammigen Lenkung unseres F350 zu gewöhnen.
Highway #1
Highway #1
Nach unserer ersten Nacht im Big Sur National Forrest ging unsere große Fahrt weiter in Richtung Hollywood. Allerdings zeichnete sich bereits am ersten vollen Reisetag ab, dass die Strecken in USA nicht zu unterschätzen sind. LA war nicht mehr zu erreichen und ein neues Ettappenziel musste her. Ganz spontan suchten wir uns den nächsten grünen Fleck auf der Landkarte (State Park oder National Park), und landeten unverhofft auf einem einsamen und gemütlichen Camping Platz am Lake Cachuma.
An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Markus, den Camping Host, der uns erst mal einen Crashkurs in Sachen Camping verpasste. Zwar kam dabei nichts neues rüber, aber seine Geschichten gaben schon mal einen guten Vorgeschmack auf das was uns am nächsten Tag in der Film Metropole LA erwarten würde :-) [Hätte besser mitschreiben sollen, seine Leben sollte echt verfilmt werden. 48 Jahre Campingplatz sollte sicherlich Material für mindestens 8 Filme liefern.]

Am nächsten Tag war es dann nur noch ein Katzensprung bis Hollywood.
Sehr schwere Wahl: Ozzy Osburn, Juck Norris, Lenoard Nimoy,.... konnte mich echt nicht entscheiden.

Preview 3. Akt: Joshua Tree National Park

Da wir die Route in südlicher Richtung gestartet hatten standen zunächst die ganzen Städte auf dem dem Programm (San Francisco, Los Angeles und Las Vegas). Zwischen LA und Vegas war aber aufgrund der langen Strecke ein Zwischenstopp notwendig. Hier folgten wir der Empfehlung von Vincent und steuerten den Joshua Tree National Park an.
Als wir spät Abends im Park ankamen hatte der Ranger am Tor bereits Feierabend, aber im Land der unbegrenzten Möglichkeiten bleibt die Zufahrt zu öffentlichem Eigentum natürlich 24h offen. Da der eigentliche Camping Platz im Park noch voll beleuchtet war, versuchten wir es bei einem der kleineren und einfacheren Camp-Sites weiter im Inneren des Parks. Unser Versuche wurde mit einem echten Glückstreffer belohnt, denn eine der großen Stellen, die eigentlich für Camping-Gruppen reserviert sind, war nicht besetzt und wir konnten uns ein ganzes Areal für die Nacht sichern.
Unser Camping Platz im Joshua Tree N.P. (links unten)
Direkt hinter unserem Hotel befand sich ein leicht zu erklimmender Hügel von dem aus wir Morgens bei Sonnenaufgang die traumhafte Aussicht über die großen Weiten des Parks genießen konnten.
Sonnenaufgang im Joshua Tree N.P.

2. Akt: Las Vegas

Aus der Einsamkeit und Weite des Joshua Tree N.P. ging es dann weiter in die Stadt der Lichter. Unser Luxus Hotel auf Rädern konnten wir einen Block hinter dem "Strip", der zentralen Hotel- und Kasino-Meile, auf dem sehr zentral gelegenen KOA Camping Platz abstellen. Strohmanschluss für die Klimaanlage und Pool inklusive und absolut notwendig! Denn bei knapp 40°C heizt sich das (kaum isolierte) Wohnmobil recht schnell auf. An Schlaf wäre ohne Klimakompressor auf dem Dach nicht zu denken gewesen.
Nach kurzer Pause am Pool ging es dann auf die wohl berühmteste Vergnügungsmeile der Welt. 
Vorplatz des Venetian
Die Urlaubskasse haben artig in Ruhe gelassen. Uns kam es nur auf das Erlebnis an, gespielt wird nur zuhaue am PC! (Da fällt mir ein: Der zweite Teil von Strarcraft 2 müsste bald erscheinen :-))
Wasserspiel vor dem Belagio

3. Akt: Nationalpark-Runde

Nachdem wir die Lichter und den Trubel von Las Vegas hinter uns gelassen hatten starteten wir unsere große Nationalpark-Runde.

Grand Canyon

Erster Anlaufpunkt war der Grand Canyon. Da wir erst nach Einbruch der Dunkelheit in Grand Canyon Village eingetroffen sind, ging es direkt auf den Camping Platz wo wir im Schein des prasselnden Lagerfeuers erst mal die Parkkarte studierten. Da wir zum Sonnenaufgang am Canyon sein wollten mussten wir zunächst eine Plan für die Anreise schmieden. Es gibt dort zwar ein sehr gut ausgebautes Bus-Netz, aber wir wollten ja vor den ganzen Bus-Touris am RIM sein und uns Plätze in der ersten Reihe sichern. Da half dann nichts, außer um 6 Uhr Morgens aus den Federn zu kriechen um mit der Stirnlampe zu Fuß den Weg zum 8. Weltwunder anzutreten. Aber die 2km sind für geübte Wanderer ja kein Problem und das frühe Aufstehen wurde prompt belohnt:
Sonnenaufgang am Grand Canyon...

.. ein echt magischer Moment.

Colorado River Horseshoe Bend

Als nächstes führte uns unsere Reise nach Page und dort stand dann der berühmte Horseshoe Bend auf dem Programm: Bei sengender Mittagshitze kämpften wir uns vom Parkplatz über einen kleinen Sandhügel den kurzen Weg hoch zu dieser beeindruckenden Laune der Natur.

Mesa Verde National Park

Eigentlich standen als nächstes die Antelope Canyons bei Page und das Monument Valley auf dem Programm, allerdings spielte einen Tag lang das Wetter nicht mit. Und da wir keinen ganzen Tag verlieren wollten tauschten wir das Monument Valley einfach kurzer Hand gegen den weiter östlich gelegenen Mese Verde National Park. Die Antelope Canyons konnten wir ohne Probleme auf dem Rückweg nochmals anfahren. (s.u.)

Im Mesa Verde befinden sich die wohl ältesten Siedlungsüberreste der USA. Die Klippendörfer gehören sogar zum Weltkulturerbe. Da soll einer sagen die USA hätte nur ein paar wenige Jahre an "echter" Geschichte vorzuweisen, denn diese Behausungen entstanden bereits vor der Besiedlung durch die Indianer und blieben über viele Jahre unentdeckt.

Canyonlands National Park

Ein echtes Highlight ist der Canyonlands National Park bei Moab. Wieder einmal konnten wir direkt im Park unser Lager aufschlagen und verbrachten erneut den Abend mit Steaks, Stockbrot und Milliarden funkelnder Sterne am Lagerfeuer. 
Vor allem landschaftlich hat dieser Park viel zu bieten, außerdem trafen wir unterwegs erneut auf sehr unterhaltsame Weggefährten. So z.B. den redseligen John und seinen verschwiegenen Kumpel aus Wisconsin, denen wir auf auf dem Weg zum Upheaval Dome begegneten, der die tätowierte Rocker-Didgeridoo Band aus Texas mit denen wir gemeinsam den Sonnenuntergang am Grand View Point genießen durften.
Ein ganz besonderer Höhepunkt war der Sonnenaufgang am Mesa Arch (auch Morning Arch genannt). Bereits im Vorfeld waren wir durch die vielen atemberaubenden Bilder im Internet ganz heiß darauf selbst dieses Naturschauspiel zu erleben. Da Planung ist ja bekanntlich die halbe Miete ist war am Tag davor erst einmal Location-Scouting angesagt. Dabei wurde klar: nicht nur wir wissen von diesem "Geheimtipp" :-). Vor Ort war bereits Mike a.k.a. Michaele Falzone, Profi Landschaftsfotograph aus Mailand, der zur Zeit auf einer 3-monatigen USA Tour ist. Da schnell klar wurde, dass es nur wenige gute Foto-Positionen gibt war klar: wir müssen früh raus. Gesagt getan! Meli um 4 Uhr Morgens aus dem Bett geworfen und los um  Stellung zu beziehen. Damit waren wir zwar vor Mike (www.michelefalzone.com), mit dem wir uns verabredet hatten am Mesa Arch, allerdings waren wir nicht die Ersten. Ein weiterer Mitstreiter, Rob (ein weiterer Profi aus Uta: www.robertjasany.com), war bereits vor Ort. Also Dreibein aufgestellt und los ging das Warten. Aber die tolle Gesellschaft, die vielen Tipps der Profis und das Resultat waren jede Mühe wert:


Grand Arches National Park

Direkt nördlich vom Canyonlands National Park liegt der Grand Arches Park mit der größten Ansammlung an natürlichen Steinbögen der USA.
Nachmittags kamen dann wieder die Wanderstiefel zum Einsatz. Es ging vorbei am Landscape Arch (mit über 88 Meter der längste Steinbogen der Welt) zum Double O Arch (Hat leider nichts mit 007 zu tun).  Abends ging es zum Sonnenuntergang zu den beiden Window Arches und zum Turret Arch.
Sonnenuntergang durch den Turret Arch
North und South Window Arches im Sonnenuntergang

Bryce Canyon National Park

Als nächstes stand der Bryce Canyon auf dem Plan. Auf dem Weg dorthin konnten wir noch (typisch amerikanisch) aus dem fahrenden Auto heraus den Dixi State Forest sowie das Grand Escalante State Monument erkunden, also im Vorbeifahren! :-)
Wiedereinmal waren wir rechtzeitig im Park um einen Camping Platz direkt am Canyon zu ergattern. Dieses Mal so zentral, dass wir in 5 Minuten zu Fuß am Ziel waren.
Der Bryce Canyon ist zwar längst nicht so riesig wie der Grand Canyon aber mit seinen in allen Rottönen leuchtenden Hoodoos (den Sandsteinsäulen) nicht weniger schön.
Das Amphitheater voller Hoodoos.
Nach kurzer Wanderung entlang der Kante des Canyons haben wir uns dann auf den Weg mitten hinein gemacht.
Hodoos über Hodoos auf dem Navajo Trail
 Pünktlich zum Sonnenuntergang suchten wir uns dann ein lauschiges Plätzchen oberhalb des Canyons und genossen bei einem gemütlichen Bier das Farbenspiel auf dem roten Sandstein.
Sonnenuntergang am Sunset Point
Auch hier war klar: Der Sonnenaufgang über dem Canyon muss auf ein digitales Bild gebannt werden. Inspiriert durch die Tipps von Rob (der Frühaufsteher vom Mesa Arch) ging es erneut früh Morgens raus ins Herz der Hodoos zu Thors Hammer. 
Um die Zeit bis zum Sonnenaufgang etwas zu verkürzen habe ich mich noch etwas mit dem Nachthimmel versucht:
Warten auf den Sonnenaufgang
Auch hier war ich (wie es kaum anders zu erwarten war) auch nicht alleine. Dieses mal gesellte sich Jon Hicks aus Kanada zu mir. Wiederum ein Profi der sein Geld mit Stock-Photographie verdient und für 6 Wochen die USA bereist.
[Ich glaube ich werde auch Profi, dann kann ich das halbe Jahr Urlaub machen :-)]
Sonnenaufgang hinter Thor's Hammer
Nachdem der (kurze) Moment endlich gekommen war und alle Bilder im Kasten waren, genossen Jon und ich noch den Ausblick von der Kante über den Canyon. Und natürlich konnten wir auch hier die Finger nicht vom Auslöser lassen.

Zion Canyon National Park

Vom Bryce Canyon ging es dann direkt zum nahe gelegenen Zion Canyon. Dieser Park ist nicht mit dem Auto zur erreichen, verfügt aber über ein sehr gut ausgebautes Shuttel-Bus System. Alle wichtigen Punkte sind also auch hier bequem mit dem Fahrzeug zu erreichen. Der Amerikaner an sich scheut ja das Laufen! :-)
Als Ziel hatten wir uns neben ein paar kleineren Wanderungen den Aufstieg zum Landepunkt der Engel (Angels Landing) ausgesucht. Diese Felsnase ragt über 500 Meter hoch mitten in den Canyon hinein und ist von hinten über einen schmalen Grat gut zu erreichen. Interessanter Weise war dies das erste Mal, dass die sonst so übertriebenen Warnhinweise der amerikanischen Behörden recht behalten sollten. Der Weg war wirklich steil, dank guter europäischer Wanderstiefel aber für uns problemlos zu meistern. Allerdings wurde einem im Anblick von leicht Turnschuhen und FlipFlops beinahe schlecht :-/
(Ich kenne nur ein weiteres Schild in den USA, das als ernstzunehmende Warnung verstanden werden sollte, und das steht auf einer 100 Meter hohen Sandüne den Sleeping Bear Dunes in Michigan!)

Auf dem Weg zu Angels Landing
Blick auf das Ziel, noch knapp 100 Höhenmeter
Blick von Angels Landig zurück zum Zion Canyon

Lake Powell

Nachdem wir die Runde um die zentralen Parks in Utha, Arizona und Colorado beendet hatten war es an der Zeit für einen zweiten Anlauf bei den Antelope Canyons. Durch diesen Abstecher bekamen wir sogar noch Zeit um eine Tag am Lake Powell zu verbringen. Der direkt am See gelegene Wahweap Camping Platz war hierfür der perfekte Ausgangspunkt, und wir konnten Nachmittags schön noch ein paar Runden im Lake Powell Schwimmen und Abends den Sonnenuntergang am Strand genießen:
Wahweap Marina im Sonnenuntergang
Strand in Wahweap mit Blick auf die rot im Sonnenuntergang glühenden White Rocks des Navajo State Parks

Antelope Canyons

Zwei Anläufe waren nötig im endlich die berühmten Antelope Slot (dt: Schlitz) Canyons bei Page zu besuchen. Diese Canyons wurden von dem in den Lake Powell fließenden Regenwasser wie messerscharfe Schlitze in den ebenen Wüstenboden gefräst und bieten ein unglaubliches Farbenspiel wenn die Sonne sie beleuchtet. Da wir für die (bekanntere) Tour durch den Upper Antelope Canyon erste um 11:30 Uhr einen Termin für eine Führung (ist hier Pflicht) bekommen hatten, ging es Morgens zunächst zum Lower Antelope Canyon. Ein echter Glücksgriff wie sich herausstellen sollte, denn dieser ist im Gegensatz zu seinem bekannteren Schwester Canyon nicht so überlaufen und meines Erachtens deutlich schöner.
Ein besonderes Schmankerl allerdings war, dass jeder der hier mit einer Spiegelreflexkamera und einem Stativ auftaucht zum regulären Eintrittspreis eine Foto-Erlaubnis bekommt und damit 2 Stunden lang alleine den Canyon erkunden kann :-) Da konnte ich natürlich nicht Nein sagen :-)
Für die nächste Überraschung sorgte dann der Einstieg, denn nachdem man in einer 2x2 Meter großen Bretterhütte seinen Eintritt berappt hat, folgt man dem Weg gefühlt ins Nirvana. Denn erst nach ettlichen Metern durch die Sandwüste taucht plötzlich ein nicht einmal einen Meter breiter Riß im Boden auf. Hat man sich dort einmal hinein gezwängt folgt man dem ca.10 Meter tiefen und zwischen 50cm und 1,5 Meter bereiten Canyon für fast 800 Meter und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Einstieg in den Lower Antelope Canyon

"The Lady" im Lower Antelope Canyon.
Ein wirklich traumhaften Spiel der Farben
Meli an einer der breiteren Stellen im Canyon
Im Vergleich zum Lower Antelope Canyon war die geführte Tour durch den Upper Antelope dann leider für meinen Geschmack etwas zu überlaufen. Allerdings war unser Navajo-Führer recht unterhaltsam und  konnte mit viel Hintergrundwissen zur Entstehung und Geschichte der Canyons glänzen.
Der Bär im Upper Antelope Canyon

Red Rock State Park

Nachdem wir die zentrale Park Runde mit dem zweiten Anlauf in Page beendet hatten war es leider schon wieder Zeit sich langsam auf den Rückweg in Richtung San Francisco zu machen. Unterwegs waren zwar noch das Death Valley und der Yosemite National Park eingeplant, allerdings war die gesamte Strecke von den Anteolope Canyons zum Tal des Todes nicht in einem Stück zu bewältigen.
Irgendwo kurz hinter Las Vegas war dann endgültig die Luft raus und wir machten spontan Halt im Red Rock State Park:
Red Rock im Sonnenaufgang

Unser Camping Platz vor den Toren von Las Vegas

Death Valley National Park

Trotz der bereits "gemäßigten" Temperaturen Ende September war unser Stopp im Tal des Todes eine wirklich beeindruckendes Erlebnis. Bei fasst 50°C war es drückend heiß und wir waren selbst nach ganz kurzen Ausflügen ins Freie wirklich froh wieder das surren der Klimaanlage zu hören.
Mir fällt es immer noch schwer zu glauben, dass hier zur Zeit des Goldrausches, Wagen-Tracks teilweise mehrere Monate kampierten.
Tal des Todes vom Zabrisky Point

Salzwüste bei Badwater, 85 Meter unter NN


Nach der großen Hitze im Valley ging es dann weiter zu den Lone Pine Mountains, direkt am Fuße des Mount Whitney. Somit hatten wir die Strecke vom tiefsten Punkt der USA im Death Valley mit -85 Meter bis zum Höchsten Punkt der USA (ohne Alaska), dem Mount Whitney, mit über 4000 Meter über NN, in nur 3 Stunden Fahrzeit gemeistert.

Yosemite National Park

Letzter Stopp unserer Rundreise bevor wir nach San Francisco zurückkehren mussten war der Yosemite Nationalparkt.
Vorbei am Mono Lake ging es von Osten her über den Tioga Pass in den Park der auf über 3000 Meter liegt. Die Höhe bekamen wir dann auch gleich am ersten Tag zu spüren, denn unser Vorhaben mal schnell den kurzen Trail zum May Lake zu Laufen entpuppte sich als anstrengender Aufstieg über nur ein paar wenige Höhenmeter.

Lake Ellery am Tioga Pass, der östlichen Zufahrt zum Yosemite National Park
Auf dem Weg zum May Lake

Warentransport im Yosemite National Park

kleiner Baum an der Vegetationsgrenze auf 3200 Meter über NN
Zum Sonnenuntergang sind wir dann "mal kurz" zum Galcier Point gefahren. Was auf der Karte nach einer "kurzer" Spazierfahrt vom Nordteil des Parks zu dessen Mittelteil aussah, entpuppte sich als eine zweistündige Fahrt :-).
Gelohnt hat sich der Aufwand aber dennoch. Zum Einen bot sich uns wiedereinmal ein traumhafter Ausblick ins Yosemity Valley und auf den Half-Dome und zum Anderen überraschte uns Ranger Tom mit einem spontanen Besuch am Aussichtspunkt. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht jeden Abend der Schar an Sonnenanbetern mit Erzählungen über die Geschichte des Parks das Warten auf den Sonnenuntergang zu verkürzen.
Yosemite Valley vom Glacier Point

Half Dome bei Sonnenuntergang

Auf einen Blick:

10 National Parks, etliche State Parks, State Beaches und State Forests, 5800 km durch vier Staaten (California, Arizona, Utha und Colorado) sowie über 1000 Euro an Spritkosten.
Unser Planungsmaterial.


Die traurige Durchschnittsverbrauchsanzeige unseres F350: 11,3 Meilen pro Gallone = 20,8 L/100km


Appendix: Food

Ein USA Urlaub wäre nicht authentisch ohne Fastfood und Burger. Allerdings ist das Fastfood dieses Mal ziemlich knapp ausgefallen - es taugt einfach nichts. Einen Besuch bei In&Out Burger musste ich trotzdem einschieben, aber einem anständigen Burger in einem der Millionen Diners kann dieses "Essen" einfach nicht das Wasser reichen.
Unsere kulinarischen Bedürfnisse haben wir dieses Mal vertrauensvoll in die Hände vieler kleiner Familien Betriebe gelegt oder einfach gleich selbst in die Hand genommen. 
Somit gab es neben frischen Burgern, saftigen Omeletts mit ordentlich Steak drin oder von den Josè zubereiteten mexikanischen Spezialitäten oft selbst gegrillte Steaks und das von Meli gezauberte Stockbrot.
Ergänzt wurde unsere "Diät" noch durch frisches Obst zum Frühstück und der gelegentlichen Tüte Beef Jercky (Dörrfleisch), vom Rind oder Bison.
Die Variante für den gesundheitsbewussten Burger-Fan
Die einzig echte Form wie man Burger essen sollte: groß, fettig, mit Speck und Pommes.


Ein guter Start in den Tag: Omelett mit 4 Eiern, gefüllt mit einem Steak und ein wenig Tomate dazu :-)

Final Words

Die Tour hat wieder einmal bewiesen, dass Nordamerika landschaftlich unendlich viel zu bieten hat. Auch wenn die Entfernungen für europäische Verhältnisse einfach nur gigantisch sind. Gott sei Dank ist Meli aber eine geduldige Autofahrerin, die ohne Probleme mal schnell ein paar Hundert Meilen am Tag locker flockig aus dem Ärmel schüttelt.
Auch unsere ersten Gehversuche mit dem Wohnmobil waren ein glatter Erfolg, vor allem in den USA würden wir jeder Zeit wieder so reisen. Die Nächte am Lagerfeuer werten den Urlaub deutlich auf und das große Fahrzeug ist bei den breiten Straßen wirklich problemlos zu fahren.
Auch die vielen Begegnungen mit den Photo-Freaks, Rangern, Einheimischen und Mitreisenden werden wir immer in guter Erinnerung behalten.



So. Das war der "kleine" Bericht :-)
Weitere Bilder gibt es wie gewohnt bei SmugMug (Link zur Galerie).


LG & MTK,

Euer Andi.